{"id":5447,"date":"2022-04-10T16:40:44","date_gmt":"2022-04-10T14:40:44","guid":{"rendered":"https:\/\/gsalden.folkwang-uni.de\/?p=5447"},"modified":"2022-05-01T17:11:19","modified_gmt":"2022-05-01T15:11:19","slug":"abgesang-context-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gsalden.folkwang-uni.de\/index.php\/2022\/04\/10\/abgesang-context-2\/","title":{"rendered":"Folkwang Inszenierung Kunst"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/gsalden.folkwang-uni.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Folkwang-Inszenierung-Kunst.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><strong>Ein Auszug aus einer Inszenierung von Alfred Teepe<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>&Auml;h, Sie wollen also K&uuml;nstler werden? Wissen Sie denn, &auml;h junger Freund, was Kunst ist? &Auml;h?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Ja &mdash; Kunst ist &mdash; Kunst ist das wahrhaft edle, durchdringende Volumen. In der Potenz erhobenes, genial schwebendes Vollenden des liebenden Geistes. Zum Himmel strebende Menschlichkeit. Ideen, die leuchten, die leuchten im Rau &ndash;&ndash; im All. Raum in geistiger Materie, befruchtet von Pers&ouml;nlichkeit.&nbsp; K&ouml;rper und Geist, Materie und Seele, B&ouml;se und &ndash; Gut und B&ouml;se, Himmel und H&ouml;lle als Gleichnis, aufgel&ouml;st in Hornime &ndash; Harmonie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Unsinn, junger Freund, &auml;h Unsinn. Kunst ist Natur &mdash; Natur ist Kunst. Sie m&uuml;ssen in die Natur eindringen. Wie dringt man in eine Sache ein, &auml;h?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Durch &ndash; durch Studien, Herr Professor.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>&Auml;h, gut, gut, gut, durch Studien, und was studieren wir also?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Die &ndash; die Natur, Herr Professor.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L.&nbsp;<\/strong>&Auml;h, gut. Wir studieren also die Natur. Und wie studiert man die Natur, &auml;h? Nat&uuml;rlich dadurch, dass man sie zeichnet oder malt, und wie zeichnet und malt man, &auml;h? NAT&Uuml;RLICH zeichnet und malt, dass man alles zeichnet, was zu sehen ist, nicht mehr und nicht weniger. Tun Sie das, junger Freund, tun Sie das und nichts anderes und Sie sind auf dem richtigen Wege. &Auml;h, da muss ich an meinen alten Lehrer, Professor Johann Wolfgang von Meierbier denken, Gott habe ihn selig, wie ich so vor ihm stand und er mir sagte &raquo;Nichts ist so erhaben wie die Natur&laquo; &auml;h, &auml;h, als ich in Ihrem Alter war und in den Erst des Lebens trat, &auml;h, &auml;h, &ndash; &ndash; &ndash; &ndash; Wo waren wir stehen geblieben, &auml;h, ja, bei Natur und Kunst. Kunst ist usw. wie oben bis auf dem richtigen Wege. &Auml;h, da schrieb mir doch letzthin ein &auml;usserst begabter Studienkollege, der zeichnet ein Pferd von unten, dass er seit seiner Studienzeit nichts anderes getan hat, als den hintersten Backenzahn eines Dinosauriers zu zeichnen und ein Ende dieser Arbeit noch in weiter Ferne liege. Sehen Sie, das ist Eindringen in die Natur. Wie dringt man in eine Sache ein, &auml;h? Usw. wie oben was studieren wir also<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Ent- entschuldigen Sie bitte, Herr Professor, aber ich glaube, Sie &ndash; &ndash; &ndash; &ndash; &ndash;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>&Auml;hhh, junger Freund, Sie sollten nicht wiedersprechen, Sie sollen die Natur studieren, Sie sollen Natur zeichnen und Natur malen, Sie m&uuml;ssen naturzeichnen, naturmalen, naturmalenzeichnen, &uuml;ber Natur malenzeichnen, Natur &uuml;berzeichnenmalen, Sie m&uuml;ssen (Chor) pingeln, pingeln, pingeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Kubus, Kubane,<br>Banus, Banane,<br>weit ist der Raum, Traum, Schaum, kaum<br>feste Gebilde f&uuml;hren zur Mitte, heilge Brigitte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>C. <\/strong>das walte Kubis.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Kegel, Kegelbahn<br>Rodel, Rodelbahn,<br>schwer ist die Last, Gast, Hast, Mast, gefasst<br>w&auml;gen und wagen lassen sie tragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>C. <\/strong>Das walte Kubis.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Mass, majest&auml;tisch,<br>Naaja, Majermilch,<br>hoch ist das Nass, Gas, Ass, Spass, was<br>messen und n&auml;ssen bringt uns Genossen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>C. <\/strong>Das walte Kubis.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Fl&auml;che ist Ordnung, Fl&auml;che ist wahr,<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Fl&auml;che ist Ordnung, Fl&auml;che ist wahr<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. + S. <\/strong>Ordnung und Wahrheit sind rar, so rar,<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Flach sei die Form, erhaben der Ausdruck,<br>Einfach das Mittel, lang der Termin<br>Kommst Du nicht weiter, dann frage Herrn Buck,<br>Volumen, Volumen, er bringt es schon hin.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Nicht immer gelingt es, die W&uuml;rfel zu halten,<br>Kubus, mein Kubus, wo rollest Du hin?<br>Bewusstheit und Wille, sie werden gespalten,<br>Dich in den orcus perspecti zu ziehn.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Lass mich nicht schauen, in die Tiefen menschlicher Perspektive, lass mein Auge verweilen auf den luftigen Ebenen unseres Bildes, leicht gleitet der Blick &uuml;ber die Formen, sie bieten sich dem Auge an, laden ein, lassen erschauern im Erschauen, weit dehnen sich Farben, saftig rinnt es dazwischen wie taufrische B&auml;che, oh Ahnung des Unersch&ouml;pflichen, Gunst der Natur, festzuhalten die Geburt des Geschehens, die reine Formwerdung der Idee.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Meister, mein Meister, jetzt fasst sie mich an, die Perspektive hat mir ein Leid angetan.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Die Ordnung der Dinge ist nur zu erf&uuml;llen durch eine Aufteilung der Masse, des Gewichts und des spezifischen Volumens in eine Einheit, die sich aus der Mitte unserer Fl&auml;che ergibt, ferner f&uuml;r den Frieden unseres Raumgef&uuml;hls in den Komponenten der klassischen K&ouml;rperformen, sei es Kubus, Kegel, Zylinder, Kugel und Pyramide. Ausw&auml;gen und harmonische Verteilung dieser Dinge an den Massen, Gewichten und am spezifischen Volumen bietet uns die Bet&auml;tigung am organischen, un&uuml;berschaubaren Lebensprozess der Kunst. Mitte des Lebens hei&szlig;t Mitte der Fl&auml;che, Mitte der Harmonie erreichen wir in der Gleichgewichtigkeit von Massen, Gewicht und spezifischem Volumen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Das walte Kubis.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Oh, Kunst, Fl&auml;che, Raum, Baum, Volumen<br>spricht von allem das Symbol? Wohl?<br>in zwei Dimensionen wohnen die G&ouml;tter<br>hin und her.<\/p>\n\n\n\n<p>Kanon. O wie wohl ist mir im Kubus<br>mir im Kubus<br>Kubismus ist niemals ruhelos<br>niemals ruhelos<br>Kubis, Kubis, Kubis.<\/p>\n\n\n\n[]\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Wir dreiteilen den Raum unserer M&ouml;glichkeit.<br>Beginne mit Teil 1: Die Repitation des gestrigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Kreis und Gerade, sie allein<br>sollen Deine St&uuml;tzen sein.<br>Zentrum liege nie zu tief,<br>oder stell die Achse schief.<br>Schneiden Fl&auml;chen, denke immer,<br>Farbe wechseln, oder schlimmer<br>struktureller Unterschied<br>&uuml;ber, unter, vor und zwischen,<br>sonst bekommt die Fl&auml;che Nischen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Kontrapunktik&hellip;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Kontrapunktik, z&auml;hle 3<br>nehme 3 mal H&uuml;hnerei<br>Epilepsoide Fl&auml;chen<br>mehrgespaltig aufzubrechen,<br>querend soll man niemals ruhn<br>s&auml;gef&ouml;rmig auszuzahnen,<br>dann ist dabei drum zu tun,<br>mittels vertiko zu rahmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Vertikal!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Mittels vertikal zu rahmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Oben &ndash;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Oben &ndash; &ndash; &ndash; &ndash; &ndash; &ndash;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>na!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Oben sei nur Farbe dessen<br>was man unten hat vergessen,<br>ist die Arbeit folkwangpfr&uuml;ndig<br>nehme gelb und schwarz stets b&uuml;ndig.<br>Sonst gerissen und genau, nehme grau, nehme grau.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Noch was?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Kleinteiligkeit f&uuml;hrt meist zum Ziele,<br>Formen dazu komplikat<br>nehme Quader m&ouml;glichst viele<br>spiele Skat, spiele Skat.<br>Skaten schult das Denkverm&ouml;gen,<br>mit Vergn&uuml;gen, mit Vergn&uuml;gen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Zu Teil 2: Die neuen Prinzipien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Zu Teil 2: Die neuen Prinzipien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Lass mich zun&auml;chst konstruktiv excipieren:<br>Kunst ist Prinzip<br>Prinzip ist Gesetz,<br>Gesetz ist Verh&auml;ltnis,<br>Verh&auml;ltnis ist Konstruktion<br>repitit:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Kunst, Prinzip, Gesetz, Verh&auml;ltnis, Konstruktion<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>zur&uuml;ck<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Konstruktion, Verh&auml;ltnis, Gesetz, Prinzip, Kunst.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Vor (ich bin nicht sicher, ob es vor hei&szlig;t)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Kuprigeverkon<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>zur&uuml;ck<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Konvergepriku<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Merke Dir das gut<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Konvergepriku, merke das auch Du.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Bevor wie zu praktischen Extemporis kommen, theoretisch drei M&ouml;glichkeiten in der Situation einer einzelnen Geraden, regierend die Situation duoconvergierender oder parallel oder orthogonal bzw. achsenstetig oder asymthotisch verlaufender Strecken um den magnetischen Nullpunkt, den s&uuml;dpolaren Ortifeikationspunkt und der Einstellung bei affinen, raffin&ouml;sen mittelpunktsachsigen Schweren, unterl&auml;stigen oder concubinretrospektiven Sublimenten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Darf ich mal raus?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L.<\/strong> hori-verti-diocal<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>hori-verti-diocal<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Quer, lang, quad<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Quer, lang, quad<\/p>\n\n\n\n<p><strong>L. <\/strong>Die Verbindungsassoziationen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>S. <\/strong>Quer-hori, lang-verti, quad-diocal, quad-lang, quer-lang, hori-lang, hori-diocal, quad-diocal, quad-verti, verti-hori, diocal-verti, hori-diocal, verti-diohorical, Prinzip, Kunst, Konvergespriku, soll man aber auch nicht missen, horti-verti-diocal.<\/p>\n\n\n\n[&hellip;]\n\n\n\n<div style=\"height:80px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Text: Alfred Teepe 1953\/2021<\/em><br><em>Gesprochen von: Lea Taake und Carl Gr&uuml;bel<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:80px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Auszug aus einer Inszenierung von Alfred Teepe L. \u00c4h, Sie wollen also K\u00fcnstler werden? 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